Staatssekretär Karl-Josef Laumann warnt vor Nachwuchsproblemen

Bluthochdruck, Arthrose, Gicht oder Herz-, Kreislaufbeschwerden. Das Alter und Krankheit oft zusammen auftreten hat vielseitige Gründe. Die Gesundheitsforschung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung führt unter anderem auf, dass die “Gelenke sich abnutzen” und “giftige Stoffe” über Jahre im Körper gelagert sind, bis sie schließlich für den Betreffenden gefährlich werden. Dass gerade deshalb in einer älter werdenden Gesellschaft Ärzte und Pfleger immer wichtiger werden, beobachtet auch der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten, Karl-Josef Laumann.

 

Der gebürtige Riesenbecker war auf Einladung der Ortsunion und des CDU-Bürgermeisterkandidaten Ansgar Nospickel in Mettingen und referierte im Pfarrheim Schlickelde über die ärztliche Versorgung in der Region. “Im Bereich des Bezirks Ibbenbürens sind fast 40% der Hausärzte über 55 Jahre alt”, betonte Laumann. Der Anteil im Tüöttendorf sei dabei noch höher. Die Kommunen ständen vor einem akuten Nachwuchsproblem unterstrich der Staatssekretär in einer anregenden Debatte.

 

Über 50 Gäste konnte die Union am vergangenen Samstag begrüßen. Darunter auch vier niedergelassene heimische Ärzte und den Bezirksstellenleiter der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL), Dr. med. Rainer Nierhoff. “Es ist schwer Hausärzte für die ländliche Region zu gewinnen”, betonte dieser. Deutlich weniger Mediziner würden sich heute eine eigene Praxis zutrauen und im Bereich der Abrechnungsmöglichkeiten sei Westfalen im Vergleich zu den südlicheren Bundesländern, aber auch schon im Vergleich zu Niedersachsen, im Nachteil. Eine verstärkte Ausbildung sei Nötig um die Nachwuchsprobleme im ländlichen Raum in den Griff zu bekommen. Die Kapazitäten der Universitäten gebe eine stärke Auslastung allerdings nicht her.

 

Der Mettinger Arzt, Norbert Hartmann wies allerdings auch auf die Anerkennung des Ärzte-Zentrums als studentische Lehrpraxis hin. Hier sei ein Schritt für junge Auszubildende bereits gemacht. Zurzeit werde eine junge Ärztin in der Praxis als Fachärztin für Allgemein Medizin weitergebildet. Die örtlichen Mediziner hätten zudem vor längerer Zeit Anzeigen für die Anwerbung von jungen Ärzten geschaltet. Darin wird mit dem “Wohlfühlfaktor” in Mettingen geworben.

 

“Hier ist Verwaltung und Politik vor Ort für die zur Verfügungsstellung entsprechender Rahmenbedingungen gefordert”, stellte Nospickel klar und forderte eine “aktive Unterstützung” durch die Kommunalpolitik. Die anschließende Diskussionsrunde zeigte deutlich, das den Zuhörern die Notwendigkeit des Handelns bewusst ist. Der Vorsitzende der CDU Mettingen, August Böwer, bedankte sich zusammen mit Ansgar Nospickel für die vielseitigen Gespräche und für die Ausführungen von Karl-Josef Laumann.

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