CDU fordert freie Fahrt für Radler an Bachstraße in beide Richtungen

RadwegQuelle IVZ vom 14.5.2015 / Oliver Langemeyer: Aktuell dürfen die Radfahrer auf dem Radweg an der Bachstraße in Mettingen nur von der Ortsmitte Richtung Freibad fahren. In die andere Richtung müssen sie auf der Straße fahren. Die CDU hält das für unsinnig und gefährlich und fordert, den Radweg wieder für beide Richtungen freizugeben.

Vier Jugendliche radeln auf dem Radweg an der Bachstraße gemütlich vom Freibad Richtung Ortsmitte. Das haben Christian Völler und Werner Brinkmann früher auch gemacht. Genauso wie viele Kinder und Jugendliche heute, die morgens zur Schule fahren. Das ist aber nicht mehr erlaubt. Denn die blauen Verkehrszeichen, die auf einen kombinierten Fuß- und Radweg hinweisen, wurden dort abmontiert. Seitdem dürfen Radfahrer auf der Bachstraße nur von der Ortsmitte Richtung Freibad auf dem Radweg fahren. In die andere Richtung müssen sie auf der Straße fahren. Das halten Völler, Vorsitzender der CDJ-Ratsfraktion, und Brinkmann, sachkundiger Bürger für Verkehrsfragen der Union, für unsinnig und gefährlich. Deshalb hat die CDU einen Antrag an die Gemeindeverwaltıng gestellt, den Radweg an der Bachstraße wieder für beide Fahrtrichtungen freizıgeben. Dafür müsste aber das Verkehrszeichen
„Radfahrer frei” angebracht werden. „Die beidseitige Nutzung wurde den Verkehrsteilnehmern über Jahre antrainiert”, erklärt Werner Brinkmann. Deshalb sei es
schwer zu vermitteln, dass dort jetzt alles anders ist. Zumal die baulichen Voraussetzungen an der Bachstraße auf einen Radweg für beide Richtungen ausgerichtet seien, ergänzt Völler.

Der Radweg ist zwei Meter breit und rot gepflastert. Daneben ist ein ebenfalls zwei Meter breiter Fußweg und der Abstand zur Straße beträgt 2,20 Meter. Die Bachstraße selbst ist dagegen als Tempo-30-Zone vergleichsweise schmal, sodass vor allem jüngere Radfahrer auf der Fahrbahn eher Gefahren ausgesetzt seien, argumentieren die Unionsvertreter. Zudem: Kinder im Alter bis acht Jahre müssen auf dem Bürgersteig fahren. Da sie das an der Bachstraße nur noch in Fahrtrichtung machen dürfen, müssen sie Richtung Ortskern auf den wesentlich schmaleren Bürgersteig auf der anderen Seite ausweichen. Das klingt nach Schildbürgerstreich. Dass die blauen Radwegeschilder an der Bachstraße abmontiert wurden, geht auf ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zurück. Demnach gibt es eine Benutzungspflicht der Radwege nur noch an Gefahrenstellen. Eine Tempo-30-Zone gehört nicht dazu. Also dürfen die Radler auch auf der Straße fahren. An der Bachstraße galt eine Ben utzungspflicht für beide Richtungen. Seit die Schilder weg sind, darf der Radfahrer Richtung Freibad auf die Fahrbahn ausweichen, Richtung Ortsmitte muss er das. Wer trotzdem wie gewohnt auf dem roten Pflaster zum Dorfzentrum unterwegs ist, muss mit einem Bußgeld rechnen.

Die Teilnehmer an derjüngsten Verkehrsschau haben die Freigabe des Radweges an der Bachstraße für beide Richtungen abgelehnt. Begründung: Das sei für Radler zu gefährlich. Das können Völler und Brinkmann nicht nachvollziehen: „Uns ist nichts bekannt von Gefahren und Unfällen. Das hat jahrzehntelang funktioniert”, sagen die CDU-Männer.

Rückendeckung bekommen sie vom Verkehrsexperten Roland Schurig, der just einen Kommentarband zur neuen Straßenverkehrs-Ordnung veröffentlicht hat. „Ich halte den Vorschlag, ein isoliert stehendes Zusatzzeichen ` Radfahrer frei` für die Gegenrichtung des Radweges anzuordnen, für vernünftig”, schreibt Schurig auf eine Anfrage von Werner Brinkmann. „Zumal alle ohnehin schon faktisch den Radweg in der Gegenrichtung nutzen“, erklärt Schurig weiter. Ohne diese Beschilderung müssen die Radfahrer auf die Straße ausweichen. Das sei vor allem am Rande von Wohngebieten gefährlich, gibt der Fachmann zu bedenken. Gerade dort seien Autofahrer meist schneller unterwegs.

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